"Bulle vs Bär"

Was haben Bullen und Bären mit dem Aktienmarkt zu tun? Und was genau bedeuten sie?

August 12, 2018
Aktien

Ihr habt wahrscheinlich schon öfters den Bullen und den Bären im Zusammenhang mit der Börse gesehen. Die beiden Symbole sind vor allem in New York und London geläufig und sind dort auf jeden Fall zu entdecken, sobald du dich mit dem Thema Börse auseinandersetzt.

Auch in Deutschland vor der Frankfurter Börse ist eine Plastik der beiden Tiere zusehen.

Die Deutsche Börse AG hat die beiden in Bronze gießen und auf dem Börsenplatz vor ihrem Frankfurter Gebäude aufstellen lassen.

 

Der Bulle soll einen aufsteigenden Kurs symbolisieren und der Bär ist hier sein Gegenstück. Der Bulle steht für “das Auf“, weil er bei einem Angriff die Hörner von Unten nach Oben bewegt und versucht seinen Gegner weg zu stoßen. Der Bär hingegen, macht seinen Gegner mit seinen großen Tatzen durch einen Klatscher nach unten fertig.

Es geht sogar so weit, dass je nach Börsenlage der derzeitige Stand als »bullish« oder »bearish« bezeichnet wird. Im Deutschen wird hier dann häufig vom »Bullenmarkt« gesprochen und von einem „Bärenmarkt“, bei gegenteiligen Ereignissen.

Man kann diese Bezeichnungen auch auf die Trader anwenden. Ist die Einstellung hier »bullish«, dann sind dies ,die eher optimistischen Händler, die sich auf die steigenden Kurse beschränken. »Bearish« hingegen sind die Anleger, die eher pessimistisch an den Markt herangehen und mit den fallenden Kursen handeln.

Habt ihr schon von dem Bull/Bear-Index gehört? Hier geht es um eine Art Umfrage. Jeden Mittwoch befragt die deutsch Börse 150 institutionelle Investoren nach deren Markteinschätzung. Der Index beschreibt dann das Verhältnis zwischen “bullishen” Investoren und “bearishen” Investoren.

Verstanden? Ja… Aber ich verstehen immer noch nicht wieso es ein Bär und ein Bulle sein muss.

Um eine der möglichen Erklärungen für die Symbole zu verstehen, muss man eine kleine Zeitreise unternehmen. Wir befinden uns in der Zeit der Goldgräber im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Die Spanier hatten im Zuge ihrer Landnahme im heutigen Lateinamerika, die im 16. Jahrhundert begann, den Stierkampf mitgebracht. Für den Stierkampf waren die spanischen Bullen mit besonders langen und ausgeprägten Hörnern perfekt, welche später in Amerika „Longhorns“ genannt wurden.

Der Kampf zwischen Mensch und Stier wurde im Laufe der Zeit abgewandelt. Jetzt stand der Stier nicht mehr dem Menschen gegenüber, aber einem Grizzly-Bären. Der Bär an der Börse ist also kein langweiliger Braunbär, sondern ein Grizzly-Bär. Wirklich berühmt wurden diese Kämpfe zwischen den beiden Geschöpfen als die kalifornischen Goldgräber in ihrer Freizeit Ablenkung suchten.

Das Ganze lief so ab: Man packe einen Grizzly, kette ihn mitten in einer Arena fest und lasse einen Stier auf ihn los. Nun beobachte den Kampf. Es gab zwei verschiedene Ergebnisse. Stier gewinnt oder Bär gewinnt. Der Stier konnte den Bären auf die Hörner nehmen und ihn in die Höhe schleudern oder der Bär brachte es fertig den Bullen mit einem Prankenschlag zu erledigen.

Aufwärts oder Abwärts. Optimistisch oder pessimistisch. Stier oder Bär.

Andere Quellen sehen den Uhrsprung in den Schlachten Mitte des 19. Jahrhunderts. Sir John Bull führte die siegreichen englischen Truppen und die Phrase "Run with the Bull" entstand. Der Bulle steht auf der siegreichen Seite. Die Russen hingegen sind die Bären, diese sind ihr Nationaltier. Der in Ruhm aufsteigende Bulle und der gefallene Bär.

Es gibt aber auch noch einen anderen Weg, um wenigstens eine Seite des tierischen Börsenpaares erklären zu könnte. Leute versprechen sich, in der Zukunft Aktien zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Diese risikobereiten Spekulanten besaßen diese Aktien zum Zeitpunkt des Versprechens noch gar nicht und waren der Hoffnung, durch fallende Kurse die Aktien preiswert erwerben zu können. Sie verkauften also das Fell des Bären, bevor sie ihn erlegt hatten (Dies ist ein Sprichwort). Man setzt also auf fallende Kurse und ist der Bär.

Wie man es auch erklären möchte, eins ist sicher. Die beiden stehen für das ewige Auf und Ab der Börse und zeigen die Spannung am Markt.

Marie Bahns

Marie ist Student an der WHU (Otto-Beisheim School of Management) und Leiterin des Bildungsressorts bei Tradity.

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